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Schaffhausen: Spazieren für ein altersfreundliches Quartier

Welche Angebote braucht ein Quartier, damit Betagte dort gut leben können? Das wissen die Betroffenen selber am besten. Deshalb führt die Stadt Schaffhausen systematisch Begehungen mit älteren Quartierbewohnerinnen und -bewohnern durch.

Ältere Menschen sollen in Schaffhausen möglichst lange zuhause in ihrer gewohnten Umgebung leben können. So sieht es die Alterspolitik der 36'000 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Stadt in der Ostschweiz vor. Dazu braucht es wohnortnahe pflegerische, medizinische und hauswirtschaftliche Dienstleistungen. Auch altersfreundliche Quartierstrukturen mit Einkaufsgelegenheiten, niederschwelligen Unterstützungsangeboten, sicheren Gehwegen und Begegnungsmöglichkeiten helfen mit, das Ziel zu erreichen. So weit, so klar – jedenfalls auf dem Papier. Und mindestens ein Stück weit auch schon in der Praxis. Unter dem Dach der drei städtischen Alterszentren finden sich in Schaffhausen bereits diverse Angebote, darunter Spitex, Physiotherapie, Podologie und Coiffeur.

Doch was braucht die ältere Bevölkerung sonst noch in den Wohnquartieren? Wo gibt es Lücken, und wie kann Bestehendes verbessert werden? Um dies herauszufinden, erarbeitete die Stabsstelle Quartierentwicklung der Stadt gemeinsam mit Altersverantwortlichen in der Verwaltung und mit einer Spitex-Fachstelle das Konzept der Quartierbegehung. Eine erste Begehung fand im Herbst 2014 statt, rund 100 ältere Schaffhauserinnen und Schaffhauser nahmen daran teil. Begleitet wurden die Spazierenden von Fachleuten aus dem Fachbeirat Alter – einem Gremium, das Akteure in der Schaffhauser Altersarbeit vernetzt, von der Alzheimer-Vereinigung über die Pflegezentren bis zum Roten Kreuz.

Gemeinsam unterwegs

Die Stadtverwaltung wertete die Ergebnisse anschliessend aus und machte sie an einer Veranstaltung allen Beteiligten zugänglich. Bereits resultierten erste Massnahmen wie zusätzliche Sitzbänke und die Einführung eines regelmässigen geselligen Anlasses für ältere Menschen im betreffenden Quartier. Aufgrund der positiven Erfahrungen führt die Stadt Schaffhausen bis 2018 fünf weitere Quartierbegehungen mit älteren Menschen durch. – inklusive Nachfolgeveranstaltungen, an denen die Ergebnisse zur Diskussion gestellt werden. Die Begehungen stehen unter dem Motto «Quartierspaziergang mit Wirkung – Betroffene und Akteure gemeinsam unterwegs».

Die Verantwortlichen zogen aus dem ersten Durchgang einige Lehren. So beurteilen die Älteren jetzt bei den Spaziergängen auch, wie zugänglich die Angebote im Quartier für sie sind. Auch das Potenzial der Älteren zur Selbsthilfe wird berücksichtigt. Zusätzlich planen die Projektträger, ausdrücklich die Bedürfnisse von fragilen Betagten, von Armutsbetroffenen, sozial Isolierten sowie von älteren Migrantinnen und Migranten in Erfahrung zu bringen. Die Quartierbegehungen werden laufend evaluiert und optimiert. Bis 2018 wollen die Beteiligten das Erreichte erfassen und bewerten. Zudem prüfen sie, welche Strukturen und Angebote nötig sind, um die Quartiere nachhaltig alters- und bedürfnisgerecht zu gestalten.

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