Biel (BE)

Ein Netzwerk für die Älteren in der Stadt

Die Stadt Biel bringt ihre Alterspolitik voran und spannt – in Zeiten knapper Finanzen – mit lokalen Partnern zusammen. Mehrere Projekte sind geplant, darunter Quartiertreffs, Anlässe für Migranten und Einsätze von Älteren in Tagesschulen.

Seit Februar 2015 hat Biel eine Delegierte Alter. Der neu geschaffene Posten ist Ausdruck der aktiven Alterspolitik, die die zweisprachige Stadt im Berner Seeland seit einigen Jahren anstrebt. Von den rund 55'000 Einwohnerinnen und Einwohnern sind über 18 Prozent 65-jährig und älter. Biel ist stark multikulturell geprägt, und ein vergleichsweise hoher Anteil der Bevölkerung bezieht Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen. Mit dem Projekt «Alter in Biel – aktiv im Netz» verfolgt die Stadt mehrere Ziele. Sie will das Altersangebot noch stärker an die Bedürfnisse der Älteren anpassen und diese besser darüber informieren. Die verschiedenen Leistungserbringer – ob städtisch, gemeinnützig, ehrenamtlich oder privat – sollen sich vermehrt koordinieren. Zudem werden die Älteren ermutigt, am gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt teilzunehmen.

Einiges ist schon entstanden, wie etwa ein Netzwerk Bewegung und Begegnung sowie Arbeitsgruppen, in denen ältere Migrantinnen und Migranten Themen bearbeiten. Eine Fachgruppe Alter, in der neben Verwaltungsstellen auch verschiedene Organisationen der Altersarbeit sowie die Pflegeheime vertreten sind, trifft sich regelmässig. Im Projekt unter der Leitung der Delegierte Alter soll nun Bewährtes weitergeführt und gefestigt werden. Doch auch Neues oder bereits länger Geplantes gilt es zu realisieren, zum Beispiel eine Seniorenvertretung in der Stadt, Treffpunkte in den Quartieren und Veranstaltungen, an denen die Älteren Informationen über die AHV/IV und über Ergänzungsleistungen erhalten.

Senioren befragen Gleichaltrige

Weil die Bieler Finanzlage keine grossen Sprünge zulässt, baut die Stadt im Projekt auch auf lokale Partner und setzt deren spezifische Kompetenzen gezielt ein. Zum Beispiel jene der Organisation Pro Senecute. Diese hat ein Programm initiiert, bei dem sich ältere Bielerinnen und Bieler einen Vormittag pro Woche in Kindergärten und Schulklassen engagieren. Das Programm wird nun auf Tagesschulen und Kindertagesstätten ausgedehnt. Auch die Fachstelle «Effe» leistet ihren Beitrag. Sie bildet Moderatorinnen und Moderatoren aus, die «Seniorentische» leiten – kleinere Gruppen, in denen Frauen und Männer ab 60 Jahren zusammenkommen und über die Herausforderungen des Alltags diskutieren. Zudem sollen mehr Freiwillige gewonnen werden, etwa um Betagte bei administrativen Arbeiten zu unterstützen. Nicht zuletzt ist eine Befragung der älteren Bevölkerung geplant, die von einem Team ebenfalls Älterer konzipiert und durchgeführt werden soll – auf der Strasse, in den Altersheimen, über die Spitex und weitere Kanäle. So soll in Biel nach und nach ein tragfähiges Netzwerk zugunsten der älteren Bevölkerung entstehen.