Stadt Luzern (LU)

Beim gemeinsamen Essen Kontakte knüpfen

Die Stadt Luzern entwickelt ein neuartiges Modell zur Unterstützung von Mittagstischen, Mahlzeitendiensten und weiteren Angeboten für das Essen in Gesellschaft. Es soll älteren Menschen und betreuenden Angehörigen zugute kommen, auch weil dabei Gemeinschaft entsteht.

Viele ältere Menschen nutzen den Mahlzeitendienst, den die Stadt Luzern mitfinanziert. Pro Senectute bringt die in der Grossküche des Betagtenzentrums Eichhof frisch zubereiteten Mittagsmenüs zu den Kundinnen und Kunden nach Hause. Der bestehende Leistungsvertrag mit den Anbietern läuft 2020 aus. Jetzt will die Stadt diesen Alltagsservice neu aufstellen und damit gleich zu mehreren alterspolitischen Zielsetzungen beitragen. Mit dem Projekt «En Guete mitenand! Ein Pilotprojekt zur Förderung sozialer Kontakte bei älteren Menschen über gemeinsames Essen» nimmt Luzern am Programm Socius 2 teil.

Anstatt die Mahlzeiten heimzuliefern, wo viele Ältere sie allein zu sich nehmen, sollen mehr Anreize für gemeinsames Essen geschaffen werden. Verschiedene Organisationen in Luzern bieten bereits Mittagstische für ältere Menschen und andere Zielgruppen an: Pfarreien, Kirchgemeinden, Quartierzentren, Vereine. Restaurants in Pflegezentren sind öffentlich zugänglich. Gastronomiebetriebe in der Stadt zeichnen sich durch Altersfreundlichkeit aus. Die Idee ist, alle Angebote unter ein gemeinsames Label zu stellen. Ein Modell soll entstehen, das vor allem alleinstehende Ältere zum Essen in Gesellschaft animiert – sei es auswärts im Quartier oder via Hauslieferdienst bei jemandem zuhause.

Auch betreuende Angehörige sind angesprochen. Sie sollen punktuell entlastet werden und unter die Leute kommen. Denkbar ist, dass die öffentlichen Mittel nicht mehr wie bisher zu den Leistungserbringern fliessen, sondern in Form von Gutscheinen oder Vergünstigungsausweisen zu den Älteren. Die Stadt will das Modell gemeinsam mit den Anbietern von Mittagsangeboten erarbeiten. Auch Freiwilligenorganisationen werden einbezogen. Denn ältere Menschen, die Begleitung brauchen, sollen ebenfalls am gemeinsamen Essen teilnehmen können.

Die Stadt erhofft sich, mit dem Projekt allfälliger Vereinsamung im Alter vorzubeugen. «Besonders Frauen sind dem Risiko ausgesetzt, weil sie im Alter häufiger allein leben als Männer», schreiben die Verantwortlichen. Weiter sollen die Mittagstische zu gesunder Ernährung beitragen und ältere Menschen dazu bringen, sich zu bewegen. Im Quartier, das im Alter als nahes Lebensumfeld an Bedeutung gewinnt, entsteht Gemeinschaft. Und die Zusammenarbeit unter Dienstleistern rund ums Alter wird gefördert. Fazit: Die Mahlzeiten-Idee reicht über Kulinarik hinaus. Sie fügt sich in die innovative Alterspolitik der Stadt Luzern ein, wo ältere Menschen Gutscheine für selbstbestimmtes Wohnen zuhause erhalten.


Auf einen Blick

Projekt: Entwicklung eines Modells zur Förderung sozialer Kontakte bei älteren Menschen über gemeinsame Mahlzeiten

Beteiligte: Alter und Gesundheit Stadt Luzern, Pro Senectute Kanton Luzern, Viva Luzern AG. Weiter vorgesehen: Kirchen, Freiwilligenorganisationen, Restaurants, Quartiervereine und andere zivilgesellschaftliche Kräfte

Schwerpunkte: Ernährung, Gesundheit, Gemeinschaft, Quartier, Alltagshilfe, Sozialleben, Frauen, koordinierte Versorgung, Freiwillige

Kontakt:
Paolo Hendry
Leiter Abteilung Alter und Gesundheit Stadt Luzern
Tel. 041 208 81 34
​​​​​​​paolo.hendrystadtluzern.ch​​​​​​​