Stadt Aarau (AG)

Hingehen zu den älteren Menschen im Quartier

Die Stadt Aarau baut eine mobile Sozialarbeit zugunsten älterer Menschen im Quartier auf. Das Angebot vor Ort soll dazu beitragen, dass die Älteren länger zuhause wohnen können. Denn mit zunehmendem Alter wird das Quartier als nahes Lebensumfeld zentral.

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter gehen zu den Menschen hin, anstatt umgekehrt: der aufsuchende Ansatz ist bisher vor allem aus der Jugendarbeit bekannt. Jetzt will ihn die Stadt Aarau mit ihren rund 22'100 Einwohnerinnen und Einwohnern auch mit Blick auf die ältere Bevölkerung anwenden. «Mobile Altersarbeit Aarau» nennt sich das Projekt, mit dem die Aargauer Kantonshauptstadt am Programm Socius 2 teilnimmt. Sie verbindet darin alterspolitische Zielsetzungen mit ohnehin geplanter Quartierentwicklung. Vorgesehen ist zunächst ein Pilotprojekt in den Quartieren Telli und Gönhard.

Eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter, angestellt von der Stadt, wird ab 2021 in den beiden Quartieren präsent und unterwegs sein. Die Fachperson soll den direkten Kontakt mit der älteren Quartierbevölkerung pflegen. Sie steht ihr als Anlaufstelle zur Verfügung und erteilt Auskunft über die breit gefächerten Hilfsangebote rund ums Alter, die es in Aarau gibt. Auch fördert sie gesellige Aktivitäten, wobei sie vor allem Eigeninitiativen aus den Quartieren Schub verleiht. Eine weitere Aufgabe wird sein, sogenannte Schlüsselpersonen zu suchen und zu coachen: gut vernetzte ältere Frauen und Männer aus dem Quartier, die freiwillig eine Rolle als Kontaktperson für andere Ältere übernehmen.

Das Aarauer Projekt folgt dem sozialräumlichen Ansatz. Indem die Menschen ihr Quartier mitgestalteten und sich an Anlässen beteiligten, entstünden Identifikation und Beziehungen, schreiben die Projektverantwortlichen: «Dies sind wichtige Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter.» Weil sich im Alter der Aktionsradius verkleinern kann, wird das Quartier zum Lebensmittelpunkt. Der Nahraum beeinflusst sogar die gesundheitliche Situation, wie die Altersforschung belegt. Kontakte wirken Isolation entgegen, besonders bei gebrechlichen und alleinstehenden Älteren.

Die mobile Altersarbeit entspricht den alterspolitischen Leitlinien der Stadt Aarau, die in den nächsten Jahren einen Schwerpunkt beim Wohnen im Alter setzen will. Auch in jüngst geschaffene Strukturen gliedert sie sich ein. So arbeitet die Fachperson eng mit der Koordinatorin Alter zusammen, die seit 2019 im Amt ist. Auch Netzwerkpartner mit direktem Draht zur Quartierbevölkerung sind ins Projekt integriert. Wenn sich der Pilotbetrieb im Telli und im Gönhard bewährt, soll die mobile Altersarbeit ab 2024 auf andere Stadtteile ausgeweitet werden.


Auf einen Blick

Projekt: Einrichten einer aufsuchenden Altersarbeit im Quartier

Beteiligte: Fachbereich Alter und Koordinatorin Alter der Stadt Aarau, Stadtentwicklung Aarau, Gemeindezentrum Telli (mit Kirchgemeinden), Quartierverein Gönhard Aarau, Heks Altum Aargau, Pro Senectute Aargau, Spitex Stadt Aarau, Verein Forum der Älteren – Region Aarau, Gemeinnützige Frauen Aarau

Schwerpunkte: Quartier, Sozialraum, Anlaufstelle, Partizipation, Freiwillige, vulnerable Ältere

Kontakt:
Cécile Neuenschwander
Koordinatorin Fachbereich Alter Stadt Aarau
Tel. 062 836 01 66
Cecile.Neuenschwanderaarau.ch