Gemeinde Wittenbach (SG)

Eine «sorgende Gemeinschaft», auch digital vernetzt

Um zuhause lebende ältere Menschen zu unterstützen, fördert die Gemeinde Wittenbach bei St. Gallen die Kooperation verschiedenster Dienstleister. Eine digitale Plattform soll professionelle Anbieter, freiwillig Engagierte und die ältere Bevölkerung zusammenbringen.

Die Gemeinde Wittenbach mit rund 9'600 Einwohnerinnen und Einwohnern richtet ihre Alterspolitik neu aus. An Dienstleistungen für die ältere Bevölkerung fehlt es der St. Galler Agglomerationsgemeinde nicht. Mehrere Institutionen und Organisationen stellen die Grundversorgung mit einer breiten Palette an medizinischen, pflegerischen und sozialen Angeboten sicher, einige via Leistungsauftrag der Gemeinde. Im Alltag wirken die Leistungserbringer schon heute pragmatisch zusammen. Jetzt geht die Gemeinde einen Schritt weiter. Sie will zum einen die Angebote systematisch aufeinander abstimmen. Zum andern will sie erreichen, dass sich ältere Menschen und ihre Angehörigen rasch und unbürokratisch darüber informieren können.

Wer Unterstützung im Alltag braucht, soll diese unkompliziert beschaffen können. Wer Support und Service anzubieten hat, soll das an zentraler Stelle vermerken können – unabhängig davon, ob es sich um professionelle oder ehrenamtliche Dienstleistungen handelt. Dabei nutzt die Gemeinde die neusten digitalen Möglichkeiten. Sie nimmt mit dem Projekt «Sorge-Gemeinschaft – Sicherung der Grundsorge durch Kooperation von Leistungsnutzer/innen und Leistungsanbietern» am Programm Socius 2 teil. Kernstück des Projektes ist es, die Zusammenarbeit der Organisationen im Alters- und Gesundheitsbereich zu fördern. Eine Online-Plattform, die im Rahmen eines Pilotprojektes aufgebaut wird, dient als technisches Hilfsmittel. Auf der Plattform sollen künftig die verfügbaren Unterstützungsangebote für die ältere Bevölkerung sichtbar gemacht und zum Teil online bestellt werden können. Die Wittenbacherinnen und Wittenbacher erhalten ausserdem Gelegenheit, miteinander in Kontakt zu treten.

Ein lokaler Verbund der Gemeinde und der Altersorganisationen erarbeitet und trägt die Web-Plattform. Die Trägerschaft wählte das Zürcher Unternehmen «Crossiety» als Plattform-Betreiber aus. Das Pilotprojekt startet 2021. «Die Gemeinde ist bestrebt, die professionellen Kräfte aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, private Anbieter altersspezifischer Dienstleistungen, die Zivilgesellschaft sowie die direkten Leistungsbezüger*innen in einen schöpferischen Kreislauf einzubinden», schreiben die Projektverantwortlichen. So will sich Wittenbach einer «sorgenden Gemeinschaft» annähern. Die Gemeinde verfolgt damit alterspolitische Ziele. Ältere Menschen sollen mit Unterstützung selbständig wohnen und ihren Alltag zuhause selbstbestimmt gestalten können. Sie sollen an gesellschaftlichen Aktivitäten teilhaben und Kontakte pflegen können.
 

Auf einen Blick

Projekt: Förderung der Kooperation unter den Organisationen des Alters- und Gesundheitsbereichs, Stärkung der Information und des Zugangs der älteren Bevölkerung zu Hilfestellungen, u.a. mittels Aufbau einer digitalen Community-Plattform für Dienstleistungen und Kontakte rund ums Alter

Beteiligte: Gemeinde Wittenbach, Pro Senectute Regionalstelle, Pro Senectute Kanton St. Gallen, Spitex Regio Wittenbach, Alterszentrum Kappelhof AG, IT-Firma Crossiety, Ergoviva Wittenbach (Beizug weiterer Fachpersonen und Organisationen nach Bedarf)

Schwerpunkte: koordinierte Versorgung, Caring Community, Digitalisierung, Information, Vernetzung, Freiwilligenarbeit

Kontakt:
Oliver Gröble
Gemeindepräsident Wittenbach
Tel. 071 292 22 25
oliver.groeblewittenbach.ch