Gemeinde Suhr (AG)

Der Lebensqualität im Alter Sorge tragen

Die Aargauer Gemeinde Suhr setzt sich ausdrücklich zum Ziel, auf eine gute Lebensqualität der älteren Bevölkerung hinzuwirken. Eine ganze Reihe Massnahmen soll dazu beitragen, vom bewusst gestalteten Hilfsangebot bis zum Sozialleben im Quartier.

Suhr mit seinen rund 10'500 Einwohnerinnen und Einwohnern geht den demografischen Wandel auf breiter Ebene mit diversen Handlungsfeldern an. Oberstes Ziel ist die Lebensqualität der älteren Menschen. Und Lebensqualität bedeutet für viele, bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden zu wohnen. «Lebensqualität im Alter»: So nennt sich denn auch das Projekt, mit dem die Aargauer Agglomerationsgemeinde am Programm Socius 2 teilnimmt. Dabei schaut Suhr zunächst die Versorgungssituation an. Die Spitex und die beiden regional getragenen Alters- und Pflegezentren gewährleisten die Grundversorgung. Daneben entstanden in den letzten Jahren zusätzliche ambulante Angebote, wie zum Beispiel Fahr-, Mahlzeiten-, Betreuungs- und Besuchsdienste. Einige werden von Freiwilligen erbracht, andere sind marktwirtschaftlich orientiert.

Jetzt sollen alle diese Angebote stärker koordiniert werden. Die Gemeinde sieht eine Gesamtstrategie vor, die nicht allein die gesundheitliche Situation der älteren Menschen in den Blick nimmt. Die emotionalen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse zählen ebenso. Zudem soll die ältere Bevölkerung besser über die Unterstützungsmöglichkeiten informiert werden. Achten will man in Suhr auch auf sogenannt vulnerable ältere Menschen, darunter Alleinstehende und Fremdsprachige. Schlüsselpersonen, die verschiedene Sprachen sprechen, kommen zum Einsatz. Denn Migrantinnen und Migranten machen in den nächsten Jahren einen namhaften Teil der älteren Bevölkerung aus. Auch betreuenden Angehörigen will die Gemeinde den Rücken stärken, durch Information, Entlastungsdienste, Gesten der Wertschätzung. Nicht zuletzt strebt Suhr an, die Nachbarschaft in den Quartieren zu fördern.

Eine externe Fachperson begleitet diesen alterspolitischen Prozess in Suhr, der im übrigen auf ein Alterskonzept und bestehende Gremien aufbauen kann. Seit 2018 existiert die Fachgruppe «Altern und Leben», in der die wichtigsten Akteure vertreten sind. Seit 2011 ist die Fachstelle Alter und Freiwilligenarbeit in Betrieb, sie hat schon einiges bewirkt: Hunderte Suhrerinnen und Suhrer engagieren sich in über zwanzig Freiwilligenprojekten. Auch eine Seniorenkommission ist in der Gemeinde aktiv. Was konkret alles aus dem Socius-Projekt resultieren wird, ist offen. Denn die Massnahmen entstehen im Dialog mit der älteren Bevölkerung, den Anbietern und Organisationen. «Die Handlungsfelder werden als Teile eines grossen Ganzen verstanden», schreiben die Verantwortlichen. Alle trügen auf ihre Weise dazu bei, «dass die Menschen sich wohl, sicher, mobil und autonom fühlen.»
 

Auf einen Blick

Projekt: Lebensqualität für die ältere Bevölkerung, fünf Handlungsfelder: koordinierte Versorgung, Information/Beratung/Triage, Vernetzung in Quartieren, vulnerable Ältere, betreuende Angehörige

Beteiligte: Abteilung Gesellschaft der Gemeinde Suhr (Fachstelle Alter und Freiwilligenarbeit, Quartierentwicklung, Koordinationsstelle Integration), Fachgruppe «Altern und Leben», bestehend aus: Soziale Dienste, Alters- und Pflegezentren, Spitex, Siedlung 50+ –Wohnen mit Dienstleistungen, Seniorenkommission, reformierte und katholische Kirche

Schwerpunkte: Koordinierte Versorgung, betreuende Angehörige, Freiwilligenarbeit, Quartiere, Caring Community, Partizipation, Integration

Kontakt:
Susanne Boelle
Leiterin Fachstelle Alter und Freiwilligenarbeit der Gemeinde Suhr
Tel. 062 855 57 78
​​​​​​​susanne.boellesuhr.ch​​​​​​​